Foucault News

News and resources on French thinker Michel Foucault (1926-1984)

Stefan Schulz, Der lange Sommer der Theorie und der Deutsche Herbst Zum 100. Geburtstag von Michel Foucault, Theater der Zeit, Oktober 2026

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Im November 1977 wird der RAF-Anwalt Klaus Croissant überstürzt aus Frankreich an die BRD ausgeliefert. Eine Gruppe um Michel Foucault demonstriert vor dem berüchtigten Gefängnis „La Santé“. Die Polizei hat Order, den Zugang zu verwehren, jegliche Kontaktversuche zu unterbinden, auch mit Gewalt. Foucault gibt wenige Tage später der Zeitung Le Matin zu Protokoll: „Ganz offensichtlich glaubte die Regierung, dass die Kräfteverteilung günstig für sie war. Gerade deshalb hat sie mit Gewalt reagiert und ihrer Aktion eine so fantastische, theatralische Form gegeben.“1

Theater/Theatralität mit Foucaults Werk in Beziehung zu setzen, ist keine Überraschung. 2019 erscheint bei der Manchester University Press ein Band mit Aufsätzen zu „Foucault’s theatres“ und erklärt ihn zu einem „pre-eminently theatrical thinker“. Der Übersetzer Heiner Müllers und Theaterregisseur Jean Jourdheuil bringt 2004 Foucault selbst auf die Bühne. Heiner Müller bekennt sein tragödientheoretisches Interesse an Foucault mehrfach. Im selben Gespräch mit Le Matin erwähnt Foucault das wohl erste und einzige Mal den Dramatiker: „Ich habe kürzlich einen ostdeutschen Schriftsteller getroffen.“2 – eine Spurensuche um eine noch unbearbeitete Begegnung anlässlich des 100. Geburtstags Michel Foucaults.
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